Die ABC-Inseln – Aruba, Bonaire, Curaçao

Geographie, Flora und Fauna

Die sogenannten ABC-Inseln Aruba, Bonaire und Curaçao liegen in der Karibik unweit der Nordküste Venezuelas und gehören geographisch zu den südlichen Kleinen Antillen, die sich „unter dem Wind“ und damit außerhalb des Hurrican-Gürtels befinden – anders als die weiter nördlich „über dem Wind“ gelegenen Antillen Inseln.

Im Landesinneren sind die Inseln, die mit ihren vorgelagerten Korallenriffen vor Jahrmillionen aus gehobenen Kalksteinsedimenten entstanden sind, mehr oder weniger flach. Aufgrund der seltenen Niederschläge findet man eine eher wüstenartige Flora mit zahlreichen Kakteen und zum Teil wegen des starken Windes ab einer Höhe von ca. 2 Metern horizontal wachsenden Bäumen (Divi-Divi-Baum auf Aruba) vor.

Während die Fauna an Land lediglich von Flamingos, wilden Eseln und Leguanen geprägt wird, entdeckt man auf und unter Wasser eine farbenprächtige und artenreiche Welt, in der auch Meeresschildkröten und Delfine nicht fehlen.

Geschichte und Wirtschaft

Bis 1986 (Aruba) bzw. 2010 (Bonaire und Curaçao) unterstanden die ABC-Inseln als Niederländische Antillen dem niederländischen Königshaus. Heute genießt Bonaire einen Sonderstatus als Gemeinde innerhalb der Niederlande, während Aruba und Curaçao gleichberechtigte Länder im Königreich der Niederlande sind.

Die Inseln wurden 1499 von dem Spanier Alonso de Ojeda entdeckt. In den darauffolgenden Jahren vertrieben oder unterjochten die Spanier die eingeborenen, friedliebenden Arawak Indianer, die die Inseln einige Jahrhunderte zuvor vom südamerikanischen Festland aus besiedelt hatten. Im Jahr 1634 bzw. 1636 – gegen Ende des 80-jährigen Krieges zwischen Holland und Spanien – nahmen die Holländer die Inseln in Besitz.

Zwischen 1815 und 1915 verdankte Aruba seinen Wohlstand der Goldgewinnung, später den Aloe-Plantagen und der Ölförderung. Für Bonaire spielt bis heute die Salzgewinnung eine größere wirtschaftliche Rolle und auf Curaçao trägt bis in die Gegenwart der Export von Erdöl maßgeblich zum Bruttosozialprodukt bei.

Einen unrühmlichen Namen machten sich mehr oder weniger alle karibischen Inseln als Umschlagplatz für den Sklavenhandel. Ab Mitte des 16. Jahrhunderts wurden bis zur Befreiung der Sklaven im Jahr 1836 mehrere Millionen Sklaven unfreiwillig aus Afrika in die Karibik verschleppt und von dort aus auf die verschiedenen Inseln sowie in die USA weiterverkauft. Sie wurden als billige und starke Arbeitskräfte auf den Plantagen und zur Salzgewinnung eingesetzt. Ehemalige, gemauerte Sklavenhütten können auf einer Inselrundfahrt besichtigt werden.

Die heutigen Bewohner der ABC-Inseln, die zumeist Nachfahren der ehemaligen Sklaven sind, haben sich im Laufe der Jahrhunderte mit Europäern, Indern, Chinesen, Arabern und sonstigen Einwanderern der ganzen Welt vermischt. Schwarze und Weiße leben trotz unterschiedlicher Religionszugehörigkeit friedlich zusammen. Soziale, religiöse und kulturelle Barrieren wurden mit der Zeit weitestgehend überwunden.

Kultur, Essen und Trinken

Kulturelle Höhepunkte sucht man auf den kleinen Inselchen, die eine maximale Größe von gerade einmal 444 Quadratkilometern (Curaçao) haben, vergeblich. Während sich die Landschaft typisch karibisch zeigt, präsentieren sich die farbenfrohen Fassaden der Häuser in den Hauptstädten Oranjestad (Aruba), Kralendijk (Bonaire) und Willemstad (Curacao) im niederländischen Kolonialstil. Nach einem ausgiebigen Bade- und Tauchgenuss kann hier nach Herzenslust geshoppt und gegessen werden.

Auf der Speisekarte stehen gut gewürzte (Pfeffer, Koriander, Piment, Ingwer) Meeresfrüchte und Fischgerichte in allen Variationen wie Garnelen, Langusten, Hummer, Kabeljau und Stockfisch, Gemüse und exotische Früchte (Ananas, Papaya, Karambolen, Kokosnuss), aber auch Ziegeneintopf, Kokosnussuppe, Pfannkuchen und dergleichen mehr.

Tourismus

Heute sorgt auf allen drei Inseln vor allem die Tourismusindustrie für einen hohen Lebensstandard. Hauptattraktion der Inseln sind die traumhaften Badestrände, die Tauchern und Schnorchlern ein grandioses Unterwassererlebnis ermöglichen, wobei Bonaire als eines der schönsten Tauchreviere der Welt gilt. Während der Eagle Beach auf Aruba ca. 6 km lang ist, findet man auf Curacao eher kleinere Strände, die jedoch auch während der Hochsaison selten überlaufen sind. Die Bonaire vorgelagerte Insel Klein Bonaire steht unter Naturschutz und bietet mit ihrem paradiesischen weißen Sandstrand und dem türkisblauen Meer ein unvergleichliches Badevergnügen.

Da die Karibik das ganze Jahr über mehr oder weniger konstante Luft- (ca. 28 Grad) und Wassertemperaturen (ca. 29 Grad) aufweist, ist sie sommers wie winters ein interessantes Reiseziel für Sonnenanbeter, wobei der Nord-Ost-Passat für angenehme Abkühlung sorgt.

Fazit

Wer gerne schwimmt, taucht, schnorchelt, sich einfach nur ausruhen und erholen möchte oder dem teilweise unangenehm nassen und kalten Winter in Europa entkommen, aber nicht auf einen zudem möglicherweise ebenfalls nassen Sommer warten möchte, ist in der Karibik gut aufgehoben. Zudem gelten die Inseln mit ihrer sehr geringen Kriminalitätsrate als sehr sicher.

Mir persönlich hat Curaçao am besten gefallen, da es etwas hügeliger und die größte der ABC-Inseln ist. Was den ökologischen und leider nicht unerheblichen Fußabdruck betrifft, muss jeder selbst entscheiden, was er verantworten kann. Andererseits leben die Menschen auf diesen Inseln jedoch hauptsächlich vom Tourismus und wenn keiner mehr kommt, dann …

Tipp

Wer kein Freund von Pauschalreisen ist, fliegt zum Beispiel mit KLM von Frankfurt und München mit Zwischenstop in Amsterdam nach Aruba ab ca. 750 € (Hin- und Rückflug) außerhalb der Hochsaison. Die Flugzeit beträgt je nach Destination und Abflugort ca. 10-13 Flugstunden.
Strandnahe Unterkünfte können über Airbnb oder booking.com zu angemessenen Preisen gemietet werden.

Die Inseln lassen sich mit einem Mietwagen gut auf eigene Faust erkunden oder auf einer der Touren, die von einheimischen Agenturen zahlreich angeboten werden.

Sehenswürdigkeiten

Aruba

  • Ruine der Natural Bridge
  • Casibari-Felsen
  • Alto-Vista-Kapelle
  • California Leuchtturm
  • Eagle Beach
  • Hooiberg
  • Ayer Rocks
  • Zuschiribana-Goldmine
  • Quindivikiri Höhle
  • Eselsschutzgebiet in Bringamosa
  • Nationalpark Arikok

Bonaire

  • Aussichtspunkt Seru Largu (toller Blick über die Stadt bis hinüber nach Klein Bonaire, Salzfelder, ehemalige Sklavenhütten)
  • Hauptstadt Kralendijk
  • entlang der Küste Richtung Norden zum Goto-Meer: Flamingos beobachten
  • Fahrt ins Inselinnere nach Rincon
  • Nationalpark
  • Spelank Lighthouse
  • Beach 1000 Steps, insgesamt 22 Strände
  • Höhlentour
  • Schnorcheln im Bari Reef vor Kralendijk m. Wasserschildkröten

Curaçao

  • Landhaus Chobolobo (Bitterlikörs Curaçao)
  • Caracas Bay und Spanish Water lagoon
  • Panoramafahrt durch „Scharloo“ zum Maritimen Museum
  • Old Labor House, typisches lokalen Museum
  • Nationalpark Boca Tabla
  • Westpunt und Playa Forti
  • Knip Beach
  • Salzseen
  • Ponton-Brücke Emma (höchste Brücke der Welt)
  • Juliana-Brücke
  • Schwimmen mit Delfinen im Aquarium
  • alte Forts: Fort Amsterdam u. Fort Nassau (UNESCO)
  • Christoffel Park
  • Hauptstadt Willemstad (teilw. UNESCO)
  • Hato Höhlen
  • Strand: Grote Knip (Schwimmen mit Wasserschildkröten), Playa Lagung, Mambo Beach, Seaquaium (kostenpfl.)
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